23.02.2014

Bilanz 1: Viele Top-Leistungen, kaum Enttäuschungen

Fünf Medaillen sprechen eine deutliche Sprache: Die Olympischen Spiele von Sotschi sind aus Südtiroler Sicht sehr erfolgreich verlaufen. Überzeugen konnten vor allem die Biathleten, die sich perfekt auf den Saisonhöhepunkt vorbereitet haben und dafür mit der Medaille im Mixed-Bewerb belohnt worden sind. Neben den Medaillengewinnern haben auch die Snowboarder, Kombinierer, Skispringerinnen und am letzten Tag auch noch die Langläufer gezeigt, dass sie mit der Weltspitze mithalten können. Enttäuschend war lediglich die Ausbeute der Slalom- und Riesentorläufer, die keinen Fahrer ins Ziel brachten.

Die positive Überraschung: Die Südtiroler Mixed-Biathlonstaffel. (c) suedtirolympia.com.

Biathlon:
Die Biathleten sind die positive Überraschung. Alle drei Staffeln haben ihr bestes Saisonergebnis bei Olympia erzielt. Dazu kommen drei Top-10-Plätze in den Einzelbewerben. Die Konstanteste war Karin Oberhofer mit den Rängen 4, 8, 14 und 14. Höhepunkt war die Bronzemedaille der Mixed-Staffel in der Besetzung Dorothea Wieder, Karin Oberhofes, Dominik Windisch und Lukas Hofer. Darauf mussten Südtirols Biathleten 26 Jahre warten.

Eiskunstlauf:
Carolina Kostner war auf den Punkt genau in Topform. Die 27-Jährige aus St. Ulrich hat Bronze nicht in erster Linie wegen der Patzer von Europameisterin Julia Lipnitskaja und Mao Asada gewonnen, sondern aufgrund ihrer herausragenden Darbietungen. Für wenige Minuten hatte sie sogar den neuen Europarekord inne. Diese Medaille ist nach 14 Podestplätzen bei Welt- und Europameisterschaft die Krönung. Chapeau!

Eisschnelllauf:
Für Yvonne Daldossi war dabei sein schon alles. Der 30. Platz passt perfekt zu den bisherigen Ergebnissen Südtiroler Eisschnellläufer bei Olympia. Wir sind eben keine Holländer, auch wenn wir in Klobenstein die schnellste Freiluftbahn der Welt haben.

Freestyle:
Markus Eder und Silvia Bertagna waren mit ihrer Sportart eine Bereicherung für die Spiele. Bretagne hat sogar den Sprung ins Finale geschafft, Der der besten 12 geschafft, Eder ist an dieser Hürde nur knapp gescheitert.

Kunstbahnrodeln:
Auf Armin Zöggeler ist Verlass. Der beste Rodler aller Zeiten gewann in Sotschi seine sechste Medaille im Einsitzer in Folge. Felix Loch und Albert Demtschenko waren außer Reichweite. Dominik Fischnaller hat das Potential, in die Spuren Zöggelers zu treten. Die Frauen sind noch entwicklungsfähig. Bei den Doppelsitzern fahren die Südtiroler ebenfalls hinterher. Pech hatten die Südtiroler in der Teamstaffel. Da fehlten 12 Hundertstelsekunden zur Medaille.

Langlauf:
Vom früheren Glanz der italienischen Langläufer war in Sotschi (fast) nichts zu merken. Die Männerstaffel blieb als Fünfte im Rahmen der Erwartungen und beim abschließenden 50-Kilometer-Rennen zeigten sowohl Roland Clara (11.) und David Hofer (16.), dass sie zur Weltspitze gehören. Schade, dass Clara und Hofer vor dem 50-km-Rennen noch erkrankt sind. Vielleicht wäre ohne Fieber und Bronchitis mehr drin gewesen. Dietmar Nöckler blieb im Rahmen seiner Möglichkeiten. Debora Agreiter zeigte im 30-km-Rennen, dass mit ihr über die langen Distanzen in Zukunft zu rechnen ist.

Nordische Kombination:
Im Bewerb von der Normalschanze war das Trio Lukas Runggaldier, Armin Bauer und Samuel Costa sehr stark. Runggaldier erreichte als 7. sogar das beste Ergebnis eines Südtiroler Kombinierers bei Olympischen Spielen. Auf der Großschanze hatten die Südtiroler jedoch große Probleme. Das wirkte sich auch auf den Teambewerb negativ aus.

Ski Alpin:
Silber und Bronze durch Christof Innerhofer waren sicher ein Höhepunkt dieser Spiele. Die hohe Startnummer in der Abfahrt hat Innerhofer möglicherweise sogar Gold gekostet. Peter Fill war in den Speedrennen im Hundertstelpech. Dominik Paris ist nach seinem Gröden-Sturz in ein Loch gefallen, aus dem er nicht rechtzeitig herausgekommen ist. Werner Heel war für eine Medaille nicht gut genug. Das gilt auch für Verena Stuffer. Manfred Mölgg hat zwar schon drei WM-Medaillen, doch Mölgg und Olympia, das passt nicht zusammen. Wie schon 2006 in Turins schied der Enneberger in beiden Rennen aus. Bitter war der Ausfall von Patrick Thaler. Der Sarner war bis zur Zwischenzeit im Slalom ausgezeichnet unterwegs. Für Thaler waren es ebenso die letzten Olympischen Spiele wie für Denise Karbon. Der Kastelrutherin ergeht es bei Olympia wie Manfred Mölgg.

Skispringen:
Eine Medaille wäre vermessen gewesen, denn an die Hand voll Ausnahmespringerinnen kommt Even Insam noch nicht heran. Doch mit dem fünften Platz bei der Olympiapremierne der Skispringerinnen hat die junge Grödnerin das Maximum herausgeholt. Elena Runggaldier dagegen ist regelrecht abgestürzt.

Snowboard:
Omar Visintin kam im Snowboard-Cross als Weltcup-Führender nach Sotschi. Der Algunder war auf Goldkurs, als er durch Fremdeinwirkung stürzte und statt auf dem Siegertreppechen im Krankenhaus landete. In den Parallel-Bewerben lief es unterschiedlich. Beim Riesentorlauf kamen die Südtiroler mit der eisigen Piste überhaupt nicht zurecht. Bessre lief es beim Slalom, wo Aaren Mark als Vierter nur knapp an der Medaille vorbeifuhr. Roland Fischnaller kam heuer dagegen die ganze Saison nicht richtig in Fahrt.

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